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Faksimiles: Adolphe Blanc (1828–1885) 

Eine ausführliche Biografie finden Sie unter der Liste der Werke. > lesen
alle Preise inkl. USt.  
Streichquintette mit 2 Violoncelli oder Vc + Kb Seiten  Bestell-Nr. EUR 
Streichquintett m.Kb Nr. 4, Es-Dur, op. 22 (1822) – 
«4e Quintette pour deux Violons, Alto, Violoncelle et Contrebasse ou 2d Violoncelle» ♫ – 
Edel-Faksimile der Ausgabe: Paris : Costallat & Cie., c1857
2 Vl, Va, 2 Vc oder 2 Vl, Va, Vc, Kb  6 Stimmen 62 Seiten EF024 31,– 
Streichquintett m.Kb Nr. 6, c-Moll, op. 36 (1858) – 
«6e Quintette pour deux Violons, Alto, Violoncelle et Contrebasse ou deux Violoncelles» ♫ – Edel-Faksimile der Ausgabe: Paris : Richault
2 Vl, Va, Vc, Kb  6 Stimmen 40 Seiten EF025 20,– 
Klaviertrios ( Pf, Vl, Vc ) Seiten  Bestell-Nr. EUR 
Klaviertrio Nr. 3, G-Dur, op. 24 (1857) – «3.e Trio pour Piano, Violon et Violoncelle par Adolphe Blanc. Oeuv.: 24.» – 
Paris : S. Richault, c1857, PN 13067.R.
Vl, Vc, Klavier  Pf-Partitur + 2 Stimmen 76 Seiten F3824 38,– 
Klaviertrio Nr. 4, D-Dur, op. 35 (1870) – «Quatrième trio pour piano, violon, et violoncelle ... oeuv. 35.» – 
Paris : Richault, c1858, PN 13393.R
Vl, Vc, Klavier  Pf-Partitur + 2 Stimmen 60 Seiten F3800 30,– 
Klavierquintette - mit Kontrabass ( Pf, Vl, Va, Vc, Kb ) ....................«Forellenbesetzung» Seiten  Bestell-Nr. EUR 
Klavierquintett (Forellen-Besetzung), A-Dur, op. 39 (1859) – 
«Quintette pour Piano, Violon, Alto. Violoncelle et Contrebasse par Adolphe Blanc» - dédié à Madame Jenny Montgolfier ♫ – 
Edel-Faksimile der Ausgabe: Paris : Richault, PN: 13397.R, [c1859]
Pf, Vl, Va, Vc, Kb  5 Stimmen 60 Seiten EF039 30,– 
 
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Adolphe Blanc - eine ausführliche Biografie

Adolphe Blanc (geb. 24. Juni 1828 in Manosque [franz. Provence], gest. Mai 1885 in Paris), fiel schon als Kind wegen seines ansprechenden Geigenspiels auf. So begann er bereits mit 13 Jahren eine Violin-Ausbildung am Pariser Conservatoire. Dazu kam ein Studium im Fach Komposition bei F. Halévy, der als Professor ein hohes Ansehen genoss und Lehrer auch von Gounod, Bizet und Gastinel war. Ihm widmete Blanc später sein 6. Streichquintett c–moll, op. 36.
Schon gegen Ende seines Studiums hatte Blanc sich so viel Anerkennung erworben, dass er von Léon Carvalho die Stelle des Orchesterleiters an dem angesehenen Théâtre Lyrique übertragen bekam.
Langfristig allerdings fühlte Blanc sich zum "Compositeur" berufen und widmete sich neben seinem Broterwerb als Orchestergeiger in zunehmendem Maße der Komposition . Neben Bühnenmusik, Chören und Liedern wurde die Kammermusik zu seiner Hauptaufgabe, und in dieser Sparte hat er bis zum heutigen Tage seine Bedeutung behalten.
Im Musikleben Frankreichs hatte sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Oper als der wesentliche Ort von ausgeübter Musik durchgesetzt und für die Pariser Musikfreunde war Musik fast identisch mit Oper. Anders als im biedermeierlichen Deutschland spielte die Kammermusik kaum mehr eine Rolle und nur wenige Kammermusikfreunde bemühten sich, ihre eigene Sparte zu erhalten und wiederzubeleben. Für diese wurde Blanc mit seiner nach Besetzung, Form und Duktus an der Wiener Klassik orientierten Musik zu einer wichtigen Figur, die - zusammen mit G. Onslow - die Kontinuität der französischen Kammermusiktradition bewahrte und und so eine Brücke zu den Werken von C. Franck, C. Saint-Saens und G. Fauré schlug.
Im Jahre 1862 wurde Blanc seitens der Pariser Akademie der Künste der "Prix Chartier" verliehen, mit dem seine Verdienste um die Kammermusik in Frankreich anerkannt wurden.

Blanc schrieb zahlreiche Kammermusikwerke, darunter 3 Streichtrios, 4 Streichquartette, 7 Streichquintette mit unterschiedlichen Besetzungen, 15 Klaviertrios mit unterschiedlichen eigenen Arrangements und Besetzungen, 3 Klavierquartette, 4 Klavierquintette und ein Bläser-Streicher-Klavierseptett.
Das bekannteste Werk in der heutigen Zeit ist zweifellos sein Bläser-Streicher-Septett E-Dur, op. 40 (1860), das zum Répertoire mehrerer Ensembles gehört und mehrfach auf Tonträger eingespielt worden ist. Doch auch Blancs Streichquintette finden wieder Anklang, vor allem jene, die von Ensembles mit Kontrabass interpretiert werden können, denn es sind vor allem die Kontrabassisten, die bei Blancs Werken originale Kammermusik unter Beteiligung ihres Instruments finden.

Blancs Musikstil kommt dem Publikum entgegen, weil er unkompliziert, klangschön, einfach strukturiert, also gefällig ist. Wenn man seine Kammermusik in einigen Musiklexika geschmacklich der "gehobenen Salonmusik" zugeordnet findet, so ist das dort wohl abwertend gemeint, sollte aber heute, im Zeitalter der fließenden Grenzen zwischen U- und E-Musik oder Crossover nicht mehr so diskriminierend bewertet werden.

Rezensionen: Wilhelm Altmann äußert sich über Blanc insgesamt sehr positiv und schreibt 1929 in seinen Rezensionen im "Handbuch für Streichquartettspieler" Band 3 folgendes:
"Adolphe Blanc erweist sich ebenso wie in seinen Streichtrios auch in seinen Streichquintetten als ein den Stil der Wiener Klassiker fein beherrschender und auch erfindungsreicher Tonsetzer. Doch eignen sie sich heutzutage nur noch für den Hausgebrauch; trotz ihrer Vorzüge möchte ich von öffentlichen Vorführungen abraten. Während Nr. 1, 2 und 5 der von dem Komponisten fortlaufend gezählten Streichquintette in der Besetzung für zwei Violinen, zwei Bratschen und ein Violoncell vorliegen, sind die übrigen für zwei Geigen, eine Bratsche, ein Violoncell und Kontrabass.
Herausgegriffen sei [das Streichquintett] Nr 6, c-Moll, op. 36 : Das Hauptthema des ersten Satzes, das Beethovensch anmutet, trägt dem pathetischen Charakter der Tonart Rechnung. Das choralartige Gesangsthema hebt sich gut ab. Scharf rhythmisiert und forsch ist der Hauptteil des Menuetts, während das Trio lieblicheren Charakter aufweist. Ein längerer langsamer Satz fehlt, doch ist dem Finale als Einleitung ein wärmerer Empfindung nicht entbehrendes Adagio vorausgeschickt, auf das vor der Coda des Finales noch einmal zurückgegriffen wird. Dieses selbst ähnelt meist einer flotten Tarantelle; es fehlt nicht eine hübsche Gesangsmelodie; die Übergänge sind mitunter geradezu fein, überhaupt enthält dieser Satz manches Geistvolle."

Zu dem Streichtrio op. 41 (A-Dur) sagt Altmann: "Mir ist ...(von den Streichtrios) ... nur das keineswegs schwierige op. 41, das wohl um 1860 erschienen ist, bekannt; Dilettanten kann ich es durchaus empfehlen. Es ist nach klassischen Vorbildern gearbeitet, gibt jedem Instrument etwas zu tun und klingt gut. Der erste Satz ist einfach gehalten, aber durchaus anmutig. Reizvoller ist das Scherzo in seinem Hauptteil; hübsch ist auch dessen gesangvolles Trio. Das besonders gut klingende Adagio religioso ist durch den Zusatz "religioso" trefflich charakterisiert; vornehm und edel ist dieser Satz. Ganz reizend im Kolorit und auch in der Erfindung, ein hübsches Vortragsstück, ist das Rondeau espagnol, eine Art Bolero; man glaubt darin den Klang einer begleitenden Gitarre zu hören."

Im Booklet einer CD (Aufnahme des Bläser-Streicher-Septetts E-Dur, op. 40, [ensemble acht, Thorofon CTH 2277, c1996]) schreibt Hans-Ulrich Schäfer-Lembeck: "in der Abfolge der Sätze, in seiner Harmonik und im Kontrast der Themenbildung des ersten Satzes ist dieses Werk in klassisch-konventioneller Art gehalten. In der melodischen Intensität seines Andantes (dem zweiten Satz) aber, in der folgenden, effektvollen Tarantella und in den virtuosen Elementen des Finales hat das Werk offensichtlich von den seinerzeit moderneren romantischen Musikrichtungen profitiert, wie sie in der Oper und im Salon zu hören waren."

Persönliche Bewertung Ich habe zwei der Streichquintette und das Septett op. 40 als Kontrabassist mitgespielt. Anfängliche Vorbehalte meiner Mitspieler gegen diese unbekannte Salonmusik verwandelten sich schnell in Anerkennung und Musizierfreude auch deshalb, weil die Stücke von uns Laien technisch zu bewältigen waren. Ich freue mich schon auf das nächste Quintett.

Kassel, im Juni 2005
Hans-Ruprecht Bitterhof

   
 
 
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