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Faksimiles: Friedrich Ernst Fesca (1789–1826) 

Es ist geplant, das gesamte kammermusikalische Werk von Friedrich Ernst Fesca nach und nach herauszugeben.

(siehe auch Werkverzeichnisse)

Eine ausführliche Biografie F. E. Fescas, verfasst von Herrn Prof. Dr. H. Broszinski, finden Sie unter der Werkliste. > lesen
alle Preise inkl. USt.  
Streichquartette für 2 Vl, Va, Vc Seiten  Bestell-Nr. EUR 
Streichquartett Nr. 9, Es-Dur, op. 3 Nr.3 (1816) – 
Nr. 3 aus: «Trois quatuors pour deux Violons, Alto & Violoncelle / composés et dédiés à Monsieur Ignace Kleinwaechter par F.E. Fesca» – 
Vienne : chez Pierre Mechetti, PN: 460, [c1817]
2 Vl, Va, Vc  4 Stimmen 48 Seiten F4509 24,– 
Streichquartett Nr. 15, D-Dur, op. 34 (1824) – «Quatuor pour deux Violons, Alto & Violoncelle composé par F.E. Fesca» – 
Bonn et Cologne : chez N. Simrock, PN:2215, [c1824]
2 Vl, Va, Vc  4 Stimmen 44 Seiten F4515 22,– 
Streichquintette mit 2 Violen (2 Vl, 2 Va, Vc) Seiten  Bestell-Nr. EUR 
Streichquintett Nr. 1, D-Dur, op. 8 (1817) – Leipzig : Peters (Erstausgabe vor 1816)
2 Vl, 2 Va, Vc  5 Stimmen 46 Seiten F5601 23,– 
Streichquintett Nr. 2, Es-Dur, op. 9 (1817) – Paris : Richault, PN 1014R (Lizenzausgabe c1825))
2 Vl, 2 Va, Vc  5 Stimmen 52 Seiten F5602 26,– 
Streichquintett Nr. 3, E-Dur, op. 15 (1820) – Paris : Richault, PN 1017R (Lizenzausgabe c1825))
2 Vl, 2 Va, Vc  5 Stimmen 64 Seiten F5603 32,– 
Streichquintett Nr. 4, B-Dur, op. 20 (1821) – Paris : Richault, PN 1018R (Lizenzausgabe c1825))
2 Vl, 2 Va, Vc  5 Stimmen 54 Seiten F5604 27,– 
Streichquintett Nr. 5, C-Dur, op. 22 (1820) – Paris : Richault, PN 1019R (Lizenzausgabe c1825))
2 Vl, 2 Va, Vc  5 Stimmen 36 Seiten F5605 18,– 
 
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Friedrich Ernst Fesca

»Unter den Autoren, die neben Beethoven weiterhin Quartette schrieben, zeichnet sich kaum einer durch ebenso souveräne Beherrschung des satztechnischen Handwerks aus wie Fesca. Seine Leistungen machen die Etikettierung als >Kleinmeister< vollends obsolet...«, so urteilte Friedhelm Krummacher (F.K., Das Streichquartett (Handbuch der musikalischen Gattungen, Bd. 6, T. 1), Laaber 2001, S. 291).
Die Streichquartette Fescas (geb. 15.2.1789 in Magdeburg, gest. 24.5.1826 in Karlsruhe) teilen mit denen von Zeitgenossen wie Norbert Burgmüller, George Onslow, Ferdinand Ries, Andreas und Bernhard Romberg, ja sogar von Louis Spohr das Schicksal, aus den Programmen der üblichen Musikszene weitgehend verschwunden zu sein, da haben auch Einspielungen der jüngsten Zeit und einzelne lokale Kammerkonzerte nichts Grundsätzliches geändert, und die meisten Musikverlage scheuen das Risiko von Neuauflagen.

Fescas Jugend stand unter einem glücklichen Stern: Er hatte das Glück, von seinen Eltern von Anfang an gefördert worden zu sein, er erhielt früh Violin- Theorie- und Kompositionsunterricht zunächst in Magdeburg sowie dann 1805 in Leipzig, wo ihm sein Lehrer, der Thomaskantor August Eberhard Müller, eine erste Anstellung als Geiger im Gewandhausorchester vermittelte, mit Friedrich Dotzauer spielte er öffentlich Streichquartett.

1806 wechselte er zum Oldenburger Hoforchester, 1808-1813 war er Sologeiger am weitberühmten Kasseler Orchester Königs Jérômes. Dies war die glücklichste Zeit seines Lebens: Das weltoffene, den Musen wohlgeneigte Umfeld, angenehme menschliche Kontakte, seine Eheschließung, sprudelnde Schaffensfreude - er komponierte hier seine ersten sieben Streichquartette und die 1. Sinfonie -, die Götter schienen es gut mit ihm zu meinen.
Doch gegen Ende der Kasseler Zeit zeigten sich bereits die ersten verheerenden Symptome einer schweren Lungentuberkulose, die ihm fortan das Leben unendlich schwer machte.
Nach dem Zusammenbruch des Königreichs Westfalen im Herbst 1813 wurde Fesca als Konzertmeister der Großherzoglich-Badischen Hofkapelle nach Karlsruhe berufen; zuvor hatte er ein halbes Jahr in Wien verbracht, wo ihm sein Bruder Carl August den Druck seiner ersten Werke vermittelte, die bald zum festen Répertoire der Quartettszene in Deutschland gehörten. Wegen seines Lungenleidens musste er sich in Karlsruhe immer mehr vom öffentlichen Musikleben zurückziehen, was andererseits der Komposition zunächst noch zugute kommen sollte:
Es folgten neun weitere Streichquartette, drei Potpourris in gleicher Besetzung, vier Streichquintette, ebenso viele Flötenquartette, ein Flötenquintett, ein Hornquintett, zwei Opern, zwei weitere Sinfonien, ferner Orchester- und Chorwerke, Lieder und so fort, eine erstaunliche Bilanz eines so kurzen, beschwerlichen Lebens.

Sein Bestes aber hat er unzweifelhaft in seinen Streichquartetten gegeben. So sahen das auch seine Zeitgenossen: Bei zahlreichen Quartettvereinigungen der Biedermeierzeit waren seine Werke fester Bestandteil ihres Répertoires, voran beim Quartett der vier Brüder Müller aus Braunschweig, einem der international angesehensten der Zeit, davon zeugt ihr Reisetagebuch, davon zeugt aber vor allem dieTatsache, dass die Werke Fescas in der Allgemeinen Musikzeitung in Wien am häufigsten besprochen worden sind, und Carl Maria von Weber sah sie gar als Vorbilder für die moderne Quartettkomposition an.

Stilistisch lassen sie zwar in der gelegentlich recht virtuos behandelten 1.Violine die Nachbarschaft zum Quatuor brillant erkennen, aber dominant sind ohne Zweifel die feine, gleichmäßige Themenverarbeitung in allen Stimmen, die schmelzende, weit in die Romantik weisende reiche Harmonik. Ihren ganz besonderen Reiz aber übt der gelegentlich kaum wahrnehmbare zarte melancholische Schleier aus, der über allem liegt. In der Tat, diese Musik ist ein Schlüssel zum Selbstverständnis des Biedermeier. So sollte denn endlich der Weg frei sein für eine Programmbereicherung nicht nur in gepflegten Hausmusikkreisen
- die Quartette Fescas sind im Gegensatz zu denen Spohrs auch für sie spielbar -, sondern auch für professionelle Kammermusiker, die nicht nur auf eingefahrenen Wegen wandeln möchten.

Die Neuausgabe des KammerMusikVerlags Kassel folgte notengetreu den Erstausgaben, die in der Notensammlung in der Handschriften- und Musikabteilung der Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel- verwahrt werden; ihrem Leiter, Herrn Dr. Konrad Wiedemann, sei hier für seine großzügige Unterstützung ausdrücklich gedankt.

Kassel, im April 2005
Hartmut Broszinski

   
 
 
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